Wissensart

As Artist in Residence at the “ Cultural Foundations of Social Integration” at the University of Konstanz I worked on the project “WissensArt” initiated by Dr. Svenia Schneider-Wulf. During the academic year 2017/2018, a group of fellows was addressing the relationship between the public sphere and representation. The participants came from various disciplines such as cultural studies (Sarah Dornhof), ethnomusicology (Ulrike Präger), philosophy (Juliane Rebentisch), politics science (Ulrike Capdepón, Philip Manow, Oliver Marchart), jurisprudence (Sophie Schönberger), Slavonic studies (Klavdia Smola) and sociology (Jasmin Siri).

The ideas of the scientists, the premises of the villa and my artistic insights coalesce into the nine resulting images to form new fictional spaces. The collaboration of the scientists takes place within the confines of the villa and the spatial circumstances facilitate the exchange of ideas while some projects also overlap. This leads to the creation of a new interconnected world depicted in the panorama view of the nine images.

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Präfiguration und Pre-enactments. Politische und künstlerische Aktionsformen der Zukunft im Jetzt

Prof. Dr. Oliver Marchart

Das Forschungsvorhaben stellt die Frage nach künstlerisch-performativen und politischen Praktiken der experimentellen Wiedergewinnung von „Zukunft“, Öffentlichkeit und Repräsentation. Zu diesem Zweck wird einerseits das performative Genre des Pre-enactments und andererseits die politische Strategie der Präfiguration untersucht, die in den letzten Jahren in sozialen Bewegungen zu Prominenz gekommen ist. Künstlerische wie politische Zugänge werden so hinsichtlich ihres Potentials einer experimentellen Vorwegnahme alternativer Handlungsformen durchleuchtet. Im Projekt sollen künstlerischer und politischer Zugang miteinander verglichen und auf ihr Potential der experimentellen Vorwegnahme alternativer Handlungs- und Verkehrsformen hin überprüft werden.

 
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Die dargestellte Wirklichkeit der Politik und ihre Krise – Das Ende der Partei als Repräsentationsinstanz

Prof. Dr. Philip Manow

In der Politikwissenschaft hat Repräsentation üblicherweise eine recht klar definierte, umgrenzte Bedeutung: es geht dabei um Delegation in Wahlen, um stellvertretendes Handeln, und um die Kontrolle und ‘accountability’ der Repräsentanten. Öffentlichkeit scheint hingegen als politikwissenschaftliches Thema kaum mehr vorzukommen. Dem Projekt geht es vor diesem Hintergrund darum, die Entwicklung einer Semiotik der repräsentativen Demokratie – ausgehend von der präzisen Beschreibung der politischen Orte und Dinge und Praktiken. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie neue Medien und Technologien die politische Praxis und deren Zeichenhaftigkeit verändern.


 
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Kulturelle Gegenöffentlichkeit(en) in Russland: Von der späten Sowjetunion bis zur Gegenwart

PD Dr. Klavdia Smola

Das Projekt analysiert alternative Literatur- und Kunstprojekte in Russland seit 2000 und ihr Verhältnis zur Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Welche Auswir­kungen hat die Fernseh- und Digitalpolitik im neuen Russland auf Ästhe­tiken und Praktiken der kreativen Devianz? Wie reagieren die Künstler auf neue Mechanis­men der Öffentlichkeitsformierung in einer Gesellschaft, die ihr Wissen nicht mehr aus den Schriftme­dien, sondern vor allem aus den (visuellen) elektronischen Medien bezieht? Und: Wie veränderte die partielle Di­gita­lisierung der kulturellen Gegen­öffent­lichkeit den ästhetischen und politischen Charakter der Kunst?

 
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Art Matters – Artistic Engagements with Cultural Memory in the Maghreb

Dr. Sarah Dornhof

This project examines contemporary art projects which interrogate marginalized, suppressed and overwritten aspects of cultural histories in the Maghreb. The aim is to establish an approach to cultural memories of this transcultural constellation by engaging in an interdisciplinary manner with the gaps, silences and fragmented traces that result from ideological and postcolonial forms of history writing in and about this region. Global entanglements create a need to recognize and account for heterogeneous, agonistic and often antagonistic memories which shape our historical present. 


 
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Erscheinen. Elemente einer politischen Phänomenologie

Prof. Dr. Juliane Rebentisch

Hannah Arendts Begriff des öffentlichen Raums als eines Erscheinungsraums soll im Horizont aktueller Entwicklungen auf seine Tragfähigkeit überprüft werden: Die Möglichkeiten individuellen Erscheinens scheinen sich einerseits in dem Maße zu erweitern, wie es an politischer Bedeutung verliert. Dem entsprechen andererseits politische Bewegungen, die sich gar nicht mehr am Paradigma des Erscheinens orientieren, sondern mit Strategien der Anonymität und des Entzugs operieren. Beide Aspekte – die Aushöhlung des politischen Charakters des Erscheinens wie seine performative Negation – können von einer Theorie des öffentlichen Raums als eines Erscheinungsraums nicht ignoriert werden.


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Publicity and Representation: Music in Medializing and Politicizing Processes of (Forced) Migration

Ph. D. Ulrike Präger

The project centers on migration-elicited musical practices and their public representation and medialization as translational places of difference, similarity, and in-betweenness. In analyzing (musical) voices from refugees and migrants arriving in Europe from the Middle East and other areas, as well as the voices of these refugees’ host societies, this phenomenological-historical ethnography foregrounds the multifaceted ways in which musical expressions mediate (or do not mediate) between populations, ideologies, and politics in post-migration integration processes.

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Politische Öffentlichkeit in Gesellschaft der Computer

Dr. Jasmin Siri

Die Digitalisierung der Gesellschaft verändert politische Öffentlichkeit, politische Sozialisation und demokratische Organisationen auf revolutionäre Art und Weise. Ausgehend von empirischen Fallstudien über politische Selbstbeschreibun­gen, politische Organisationen, Politik in sozialen Medien und der Entstehung neuer Parteien und Bewegungen wird in diesem soziologisch-theoretischen Projekt das Augenmerk auf den fol­gen­rei­chen Wandel politischer Narrative, politischer Öffentlichkeit und politischen Engagements durch Digitalisierung gelegt.  

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Die Première Dame zwischen Staatsrepräsentation und Privatisierung des Politischen

Prof. Dr. Sophie Schönberger

Das Forschungsprojekt widmet sich der politischen, rechtlichen und kommunikativen Rolle, welche die Ehepartner von Staatsoberhäuptern im Rahmen staatlicher Repräsentationsarbeit wahrnehmen. Durch ihre überkommene öffentliche Stellung, die Staatliches und Privates verwischt, werden nicht nur vor-demokratische Politik- und Repräsentationsvorstellungen in demokratischen republikanischen Gemeinwesen fortgeführt, sondern auch traditionelle Geschlechterrollen in der staatlichen Selbstdarstellung zementiert. Vor diesem Hintergrund befasst sich das Forschungsprojekt u.a. mit den historischen Entwicklungslinien dieses Phänomens, seinen normativen Voraussetzungen sowie seinen impliziten Auswirkungen auf gegenwärtige Repräsentations- und Politikvorstellungen.

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Street Re-Naming Processes: Challenging the Symbolic Representation of the Dictatorship Past in Madrid and Lisbon

Dr. Ulrike Capdedón

The research project analyzes the topography of public urban spaces exemplified in the cultural politics of re-naming streets related to the respective dictatorship past in the capitals of Spain and Portugal. It deals with the street name changes as an act of replacement of symbolism after the end of the Franco- and Salazar-dictatorships. Due to the different constellations of the transition process in each country, the underlying hypothesis is that the differing outcomes of the democratization processes are reflected in symbolic politics of street name changes in the post-dictatorship era.